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Eis aufgesägt und in kalte Fluten abgetaucht
DRK-Wasserwacht übt am Tankumsee für den möglichen Ernstfall – Dauerfrost beschert realistische Bedingungen
Quelle: Braunschweiger Zeitung - Autorin Daniela Wimmer
ISENBÜTTEL. Der Dauerfrost machte eine spektakuläre Einsatzübung unter realistischen Bedingungen möglich: Bei einer Eistauchübung im Tankumsee simulierte die DRK-Wasserwacht Gifhorn die Rettung eines durch Eisbruch Verunfallten.
Zuerst kam Dieter Prause mit der Kettensäge zum Einsatz, um zwei dreieckige Öffnungen in das 30 Zentimeter dicke Eis zu hauen. Mit Hilfe von Schaufeln wurden die abgetrennten Schollen unter die bestehende Eisdecke geschoben und unter dem Eis ein Seil von Wasserloch zu Wasserloch gespannt.
Für die Taucher, die jeweils im Team mit einem Leinenmann zur Sicherung ins eiskalte Wasser gingen, um von Loch zu Loch zu tauchen, diente das Seil zur Orientierung. "Daran ziehen signalisiert dem Mann oben, dass etwas nicht stimmt", erklärt Taucheinsatzleiter Björn Unnerstall.
Währenddessen begutachtet Jochen Eggeling, stellvertretender Leiter der Gifhorner Wasserwacht das heraus gesägte Eisdreieck. "Zu dick, um es problemlos durchzusägen, aber zu dünn um darauf zu laufen", stellt er fest.
Da genau das immer wieder passiert, kommt es auch bei dieser Witterung zu Rettungseinsätzen der Wasserwacht. "Der Taucher ist dabei die letzte Möglichkeit", berichtet Eggeling. Die Eingebrochenen befänden sich meist direkt an der Bruchstelle oder nahe dieser unter der Eisdecke. "Beim Versuch rauszukommen, bricht das Eis dann Stück für Stück weg" sagte Unnerstall.
Um in diesen und ähnlichen Fällen eine professionelle Rettung gewährleisten zu können, kamen bei der Einsatzübung nahe der Stege des Segelclubs zwanzig Einsatzkräfte, darunter sechs Taucher zum Einsatz. Nach dem spektakulären Abtauchen in die eiskalten Fluten warteten im Einsatzzelt am Seeufer Kaffee und heiße Brühe auf Taucher und Leinenmänner.


